Berufsbild

Der/die Patentingenieur/-in verfügt typischerweise über ein abgeschlossenes Hochschulstudium in technischen Wissenschaften oder Naturwissenschaften und befasst sich mit allen Angelegenheiten des geistigen Eigentums (intellectual property, IP) bzw. gewerblichen Rechtsschutzes in einem Unternehmen, wobei der Schwerpunkt zumeist auf Patenten liegt.

Für diese und ähnliche Positionen werden auch die Bezeichnungen „Patentmanager/-in“, „IP-Manager/-in“, „Patentreferent/-in“, „Patent Professional“, „IP counsel“ oder ähnliches verwendet.
Die Bezeichnung „Patentingenieur/-in“ stellt in Österreich keine offizielle Berufsbezeichnung bzw. keinen offiziellen Titel dar, allerdings dürfen sich nur Personen, die zur Führung der Standesbezeichnung „Ingenieur/-in“ oder des akademischen Grades „Diplom-Ingenieur/-in“ berechtigt sind, offiziell auch „Patentingenieur/-in“ nennen.

Der/die Patentingenieur/-in schließt in vielen Fällen zusätzlich die Ausbildung zum/zur österreichischen Patentanwalt/Patentanwältin und/oder zum/zur zugelassenen Vertreter/-in vor dem europäischen Patentamt ab und ist dann vor dem österreichischen und/oder europäischen Patentamt vertretungsbefugt.



Die tägliche Arbeit eines/einer Patentingenieurs/-in umfasst typischerweise folgende Tätigkeiten:

  • Erstellung und Umsetzung der unternehmensinternen IP-Strategie und IP-spezifischen Zielvorgaben

  • Schnittstelle zwischen F & E und anderen Fachabteilungen/Geschäftsführung im Unternehmen bzw. bei Bedarf zu externen Patentanwälten/-innen und anderen IP-Dienstleistern/-innen

  • Vorbereitung und Koordinierung bzw. das Verfassen von Patentanmeldungen

  • Monitoring von eigenen und fremden Schutzrechten, Mitbewerbsbeobachtung

  • Aktives Management des eigenen Patentportfolios

  • Durchführung von Patentrecherchen u.a. in Bezug auf den Stand der Technik, Rechtsstand, Freedom-to-operate

  • Mitwirkung bei der Lizensierung eigener bzw. fremder Schutzrechte

  • Administration und Umsetzung der Diensterfindungsregelungen bzw. Beratung und Mitwirkung dabei

  • Mitwirkung bzw. Koordination bei der Verfolgung von Schutzrechtsverletzungen

  • Administration und Anmeldung von anderen Schutzrechten wie Marken, Designs

  • Unternehmensinterne Informationsbereitstellung und Schulungen zum Thema Patente/IP